Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
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Sie bezog ſie mit der alten Kloſterſchweſter, die immer ihre treue Begleiterin geblieben war.

Acht Tage lebte ſie noch dort, allein mit der alten Schweſter.

Sie hatte es ſo gewünſcht; ſie wolle, wie ſie ſo viele Jahre allein in ihrem Kloſter gelebt, auch allein darin ſterben. So hatte ſie auch von allen ihren Lieben auf Schloß Werdenburg und auf der Schwalenburg Abſchied genommen.

In dem Kloſter hatte ſie dann zwei oder drei Frauen des Städtchens, die früher mit ihr in Verkehr geſtan⸗ den, noch einmal ſehen wollen. Unter ihnen war meine Mutter.

Meine Mutter hatte ihr von Allem erzählen müſſen, auch daß ſie mich, der ich damals in einer andern Gegend preußiſcher Richter war, zum Beſuch erwarte. Die Matrone hatte gewünſcht, auch mich noch zu ſehen.

Ich ging gleich nach meiner Ankunft in dem Städt⸗ chen zu dem Kloſter.

Ich fand die alte würdige Frau in ihrer alten Zelle. Sie ſaß in ihrem Lehnſtuhl.

Einundachtzig Jahre alt, war ſie das wunderbar ſchöne Bild einer edlen Matrone.

Sie war bei vollem Bewußtſein.