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Sie freute ſich, mich wiederzuſehen.
Ich durfte ihr die Hand küſſen, wie ich es als Kind gethan hatte.
Sie ſprach mit mir über meine Kinderzeit, wie ich öfters bei ihr im Kloſter geweſen ſei.
Sie ſprach dann von ihrem nahen Tode, ſie ſagte mit freudiger Erhebung:
„Das Leben iſt ſchön, ſchöner iſt die Vereinigung mit Gott!“
Dann winkte ſie mir ihren Segen zu.
Eine halbe Stunde darauf war ſie geſtorben. Sie war ſtill und ruhig eingeſchlafen und nicht wieder er⸗ wacht.
Es war im Auguſt des Jahres 1826.
So ſtarb ein unbekanntes Fürſtenkind.
Ihre Aeltern hatten beide hohen fürſtlichen Ge⸗ ſchlechtern angehört, aber die Welt hatte es nicht wiſſen dürfen und ſie ſelbſt nicht.
Man hatte ſie als Kind in dem Kloſter verſorgt und begraben.
Das Grab iſt ja am Ende die ſicherſte Verſor⸗ gung. .
Aehnliches geſchah häufig in der alten Zeit. Die neue Zeit iſt nicht ſo decent.
Temme, Die Erbgrafen. IV. 11


