Aber glückliche Menſchen wohnten auf S wie auf der Schwalenburg.
Zu ihnen gehörte die würdige Mutter, das kind, das ſeinen Vater und ſeine Mutter nicht hatte kennen dürfen. Sie hielt ſich abwechſelnd in den beiden Schlöſſern auf.
Von ihren letzten Tagen muß ich noch erzählen; ich verſprach es oben.
Sie hatte ihr einundachtzigſtes Jahr erreicht oder zurückgelegt; ſie wußte es ſelbſt nicht genau; ihren Taufſchein hatte ſie nicht geſehen und kein Anderer Sie war noch im vollen Beſitze ihrer Geiſteskräfte, aber ſie fühlte die Kräfte ihres Körpers ſchwinden und ahnte die Nähe ihres Todes. Da wurde ſie von einer unwiderſtehlichen Sehnſucht nach ihrem Kloſter erfaßt, in dem ſie ſo viele Jahre, vergeſſen von den Ihrigen, die ſie nicht kannte, unbekannt denen, die um ſie waren, unbekannt ſich ſelbſt, dennoch zufrieden und glücklich im Wohlthun und im Gebete gelebt hatte.
Das Nonnenkloſter war in ein Militärmagazin um⸗ gewandelt, nur ein Flügel war in ſeinem frühern Zu⸗ ſtande erhalten. Es war der, in dem auch die Zelle lag, die ſie als würdige Mutter bewohnt hatte.
Auf Verwendung des Fürſten von Werdenburg wurde die Zelle ihr eingeräumt.


