Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
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Der Pater Guardian hatte doch eine ſtrenge Miene. „Das Andenken an das Leiden des Erlöſers —“ Aber mehr ſagte er nicht.

Der Pater Vitalis ſchwieg, verließ die Zelle, ſchritt zu der ſeinigen und fragte hinein:

„Jetzt?“

Der Johanniterritter trat heraus.

Beide begaben ſich ſchweigend zu der Zelle des Pater Guardian.

Der Ritter ging mit feſtem Schritt; er nahm ſich zuſammen.

Der Pater Vitalis öffnete die Thür zu der Zelle des Pater Guardian, ließ den Ritter eintreten, trat ſelbſt zurück, ließ die beiden Brüder allein.

Da ſtanden ſie einander gegenüber, nach langen Jahren, nach jener Stunde, nach jenen wenigen Mi⸗ nuten eines wilden Haſſes, in denen jeder an dem un⸗ dern hatte zum Mörder werden wollen. Und außer dieſen wenigen Minuten war ihr ganzes Leben die innigſte, die herzlichſte, eine ſchwärmeriſche Bruderliebe geweſen, vor ihnen wie nach ihnen. Als blühende, kräftige Jünglinge hatten ſie ſich getrennt, ähnlich einer dem andern, daß ſelbſt die Liebe ſie nicht hatte unterſcheiden können. Als Greiſe ſahen ſie ſich wieder, und wie wenig glich jetzt der eine dem andern. Franz,