Es war ſo. Clemens Auguſt von Baiern, ſeit dem Jahre 1723 Kurfürſt und Erzbiſchof von Köln, war, wie einer der gebildetſten und kunſtſinnigſten, ſo auch einer der eleganteſten, prachtliebendſten und großmüthigſten Lebemänner unter den Regenten jener Zeit, und an ſeinem geiſtlichen Hofe feierten Frauenſchönheit, Galan⸗ terie, Ritterlichkeit, Pracht und Luxus Triumphe, wie vielleicht an keinem weltlichen, jedenfalls, was man zugleich anerkennen muß, in decenterer Weiſe. So war es bis zum Tode des Kurfürſten, als dieſer ſelbſt ſchon ein alter und gebrechlicher Mann war.
An ſeinen Hof zogen die beiden Erbgrafen oder vielmehr wollten ſie ziehen.
Sie hatten das väterliche Schloß allein verlaſſen. Eine gräfliche Equipage hatte ſie bis zu der zweiten Poſtſtation gebracht. Von da waren ſie mit Extrapoſt weiter gefahren. Sie hatten nicht einmal einen Be⸗ dienten bei ſich behalten. Sie ſuchten Abenteuer; da mußten ſie ohne jeglichen Anhang ſein, frank und frei, ſelbſt ohne Namen, ohne Herkunft und Heimat in den Strudel des Lebens ſich werfen können. Ihre fürſt⸗ liche Mutter, der ſie näher ſtanden als dem ſtrengen, ſoldatiſchen Vater, hatte es ihnen ſo bei dieſem aus⸗ gewirkt.
„Unſerer Ehre“ hatten ſie geſagt, „werden wir um ſo


