Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
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„Das Volk glaubt gern an Wunder.“

Der Pater Guardian hatte keine Erwiderung auf eine Bemerkung, die in dem Munde und in den Ohren von Franciscanermönchen eine Ketzerei ſein konnte. Er ſprach zu dem jungen Pater etwas Anderes.

„Ich bin beruhigt, lieber Pater Vitalis. Von der Bewahrung des Geheimniſſes hängt die Exiſtenz un⸗ ſeres Kloſters und, was ich höher anſchlage, ein Men⸗ ſchenleben ab.“

Auch das war in dem Franciscanerkloſter wohl eine ketzeriſche Aeußerung, und der junge Pater mußte den Greis darauf anſehen.

Der Pater Guardian gewahrte es nicht.

Er hatte etwas auf dem Herzen, eine Frage an den Pater Vitalis. Dem jungen Mönche war das Benehmen des Greiſes gegen ihn ſchon mehrfach am heutigen Tage aufgefallen. Es hatte etwas Gedrücktes darin gelegen. Aber er hatte jedesmal dringende Ge⸗ ſchäfte zu verhandeln gehabt; ſo hatte er ſeine Gedanken darüber nicht weiter verfolgen können. Jetzt fiel ihm ein, daß er ſeit der vorgeſtrigen Anweſenheit des Mal⸗ teſerritters im Kloſter den Pater Gugrdian nur heute in jenen Geſchäften wieder geſehen hatte. Und vor⸗ geſtern hatte der Anblick des Ritters jenen ſeltſamen Eindruck auf den Greis gemacht!