Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

30

was er zu thun hatte, nicht gern auf. Aber durfte er die Vorwürfe, die er der Tochter und gerade dieſer Tochter zu machen hatte, in Gegenwart eines Dritten, gar eines Dieners vorbringen?

„Die gnädige Comteſſe bittet, Euer Erlaucht allein ſprechen zu dürfen“, ſagte der Kammerdiener.

„Laß die Comteſſe eintreten!“ befahl der Graf.

Und zu dem Beamten, ſeinem Juſtizdiener, ſagte er:

„Lieber Juſtizdirector, hätten Sie die Güte, einige Augenblicke im Vorzimmer zu verziehen?“

Der Juſtizdirector trat in das Vorzimmer ab.

Die Comteſſe Ferdinande erſchien in dem Kabinet des Grafen.

Der regierende Herr empfing ſie mit ſtrenger Miene.

Strenge Worte ſollten folgen.

Da ſah der Vater in das ſchöne Geſicht der Tochter, in dem das Unglück wohnte, und er mußte nach mildern Worten ſuchen.

„Setze Dich, Ferdinande“ ſagte er unterdeß.

Die Comteſſe ſetzte ſich nicht.

„Lieber Vater“, ſagte ſie, „ich habe Dir nur eine ſehr kurze Mittheilung zu machen, die ich aber nicht

glaubte aufſchieben zu dürfen, da ſie auf das Einfluß haben möchte, was Du mit dem Juſtizdirector verhan⸗