Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
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„Inwiefern?“ fragte der Graf. „Zum Beiſpiel gleich in dem Falle, von dem wir hier ausgehen: wenn zwei Souveräne von Gottes Gnaden mit einander in Conflict gerathen! Das Princip ſelbſt geriethe mit ſich in Streit.“

„O nein“, triumphirte der Graf. „Jeder der beiden Souveräne folgte eben nur ſeiner redlichen Ueberzeu⸗ gung, und wenn auch zuletzt die materielle Macht, die Gewalt ſiegte, die Macht, die Gewalt ſind uns ja auch von Gott verliehen. Und —“

Der Graf feierte in ſeinem Innern auf einmal einen zweiten Triumph.

„Und, mein lieber Juſtizdirector, iſt mir auch von Gott nicht die Macht einer großen Armee verliehen, ſo hat er doch jene Gewalt der Gerichtsbarkeit in meine Hand gegeben, und indem er ſie mir gab, legte er die Pflicht mir auf, von ihr jeden Gebrauch zu machen, den ich nach meiner Ueberzeugung von ihr machen muß. Und das werde ich. Vielleicht lenkt zugleich Gott in ſeiner Gnade dadurch die Ueberzeugung meines Bruders, des Königs von Preußen, in eine andere Bahn.“

War der Juſtizdirector geſchlagen?

Dem Gedankengange des Grafen folgen konnte er⸗ nicht mehr. Doch er mußte es noch einen Augenblick, um einem neuen Argumente den Eingang zu bereiten.