19
doch Thränen noth, damit der ſchwere Druck von ihm weiche.
Eychen mit ihrem weichen Herzen hatte ſchon lange weinen müſſen.
Der Ritter konnte ſich wieder erheben.
Hatte mich ſchon ein Anderer hier erkannt?“ fragte er.
„Niemand“, antwortete die Gräfin. „Nur der Onkel Kurt hatte ein Geſpenſt geſehen.“
„Der Arme und doch Glückliche! Und wie erkannteſt Du mich, meine Nichte Ferdinande?“
Sie erzählte.
Er hörte ſtill zu.
Als ſie geendigt hatte, ſagte er:
„Ihr werdet Alles von mir erfahren, nur nicht in dieſem Augenblicke. Und daran knüpfe ich eine Bitte an Euch beide: ich bleibe vorläufig ein Geheimniß hier, wie ich es war.“
„Noch eine Frage, Oheim“ ſagte die Gräfin. „Sind Sie der Erbgraf Franz oder der Erbgraf Leopold?“
„Franz!“ antwortete der Ritter.
Der Name durchzuckte das Herz Evchen's. Den
Erbgrafen Franz hatte ihre Mutter geliebt, ihre unglück⸗
liche Mutter. „Und Leopold?“ wagte die Comteſſe noch zu fragen. „Lebt auch er?“


