verehrt. Ich mußte aber auch an ſonderbare Umſtände denken, die mit ihrer Ankunft in dem Kloſter zu Walden⸗ brück verbunden geweſen waren und an die ch dann ſeltſame Gerüchte geknüpft hatten.“
Comteſſe Ferdinande war aufmerf'e eeugierig geworden.
„Können Sie mir iſe und Gerüchte mit⸗ theilen, Mutter?“
„Ich erinnere nich ſelht leider nur noch dunkel. Die würdige Mutter war ſchon lange, bevor ich Gräfin Werdenburg war, in d. 1Kloſter angekommen. Man ſprach davon, ſie ſei mitten in der Nacht, auf geheim⸗ nißvolle Weiſe, in einer vornehmen Kutſche, begleitet von einem vornehmen Herrn, in das Kloſter gebracht worden. Sie ſei damals ein blutjunges Kind von fünfzehn oder ſechzehn Jahren geweſen und bildſchön. Das ſind die Thatſachen, ſoweit ich mich ihrer erinnere. Die Gerüchte, die ſich daran knüpften, wollten wiſſen, ihr Begleiter ſei der Miniſter oder Kammerherr eines regierenden Fürſten geweſen, ſie ſelbſt die Tochter des Fürſten, der aus irgend einem politiſchen Grunde das arme Kind in dem frühen Alter auf jene ge⸗ heimnißvolle Weiſe, in der Abſicht, daß die Welt nie etwas von ihr erfahre, in dem Kloſter habe begraben laſſen.“


