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Die regierende Gräfin ſchwieg.
Comteſſe Ferdinande fuhr fort:
„Drittens, Mutter, habe ich Ihnen eine Freundin mitgebracht.“
Die Gräfin ſah verwundert auf.
„Mir, Ferdinande?“
„Die würdige Mutter aus dem Annunciatenkloſter zu Waldenbrück. Die wnnen ſind geſtern aus dem Kloſter vertrieben worden. Die würdige Mutter hatte ein vor⸗ läufiges Unterkommen auf der Schwalenburg gefunden. Sie konnte dort nicht bleibe Ich nahm ſie mit hier⸗ her. Darf ich ſie zu Ihnen führen? Sie wird Ihre Freundin werden, Mutter. Sie iſt eine vortreffliche, edle Dame, und ein eigeithümliches Ereigniß bürgt zugleich für ihre edle Geburt. Sie wiſſen, ich halte darauf. Sie ſehen mich an, Mutter? Sie denken an Eychen Treue, die ich meine Freundin, meine Schweſter nannte, obwohl ſie die Schreiberstochter iſt?“
Die regierende Gräfin hatte in tiefem Sinnen ge⸗ ſeſſen und darin vielleicht unwillkürlich ihre Tochter angeſehen.
„Nein, Ferdinande“ ſagte ſie, „aran dachte ich nicht. Meine Gedanken beſchäftigten ſich mit der wür⸗ digen Mutter. Welch eine vortreffliche Frau ſie iſt,
weiß ich von Eychen, die ſie als eine mütterliche Freundin 1*


