Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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„Herr, Herr!“ platzte es aus Leonidas Stapelmann heraus. „Kind! Schönes Kind! Wenn das nicht dem armen Gräflein den Kopf ganz und gar verdreht, dann — dann hat er keinen Kopf mehr!“

Aber die Gondel kam näher und fuhr dicht am Ufer und keine zwanzig Schritte weit von den Weiden entfernt, in denen die beiden Flüchtlinge verborgen lagen, und kein Laut durfte über ihre Lippen kommen. Und als darauf Annette mit ihren Begleitern gelandet und ſie ausgeſtiegen waren und den Berg hinaufgingen und die ſchöne Frau weiter ſang:

Dir will ich jeder Zeit Zu Dienſten ſein bereit,

Bis daß ich kommen werd' Unter die Erd' —

da weinte der Herr von Bütow ſtill vor ſich hin, und Leonidas Stapelmann ſchwieg.

Und dann mußte auch der Herr von Bütow ſeinen Thränen Halt gebieten, um nichts von dem zu ver⸗ lieren, was ſich oben an dem Feſtungsthore begab, das 1 die Geſellſchaft erreicht hatte.

Eine Weile war es da oben ſtill geblieben. Dann ertönte wieder Geſang, fröhlich, laut, brauſend:

Und treibt der Champagner das Blut erſt im Kreiſe, Wird's ein Leben herrlich und frei!

Temme, Die Erbgrafen. MI. 12