Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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nidas Stapelmann. „Schlafen Sie derweil, mein Herr, ich werde wachen.“

Schlafen konnte der Herr von Bütow wohl am allerwenigſten.

Er horchte geſpannt auf den geringſten Laut, nach dem See, nach der Feſtung hin. Ueber den See ſchweiften die unruhigen Blicke. Es blieb überall ſtill, überall dunkel.

Die Ruhe ſchien dem von der langen Haft in den unterirdiſchen Gewölben angegriffenen, von der Flucht aufgeregten Manne unheimlich zu werden.

„Es wäre doch wohl verkehrt, hier, faſt noch in dem unmittelbaren Bereiche der Feſtung, einen mehrſtündigen Aufenthalt zu machen“ ſagte er.

„Hier wird man uns ſchwerlich ſuchen“, meinte Leonidas Stapelmann dagegen nur.

„Aber wenn der erſte Kanonenſchuß fällt?“

„Es wird keiner fallen, gnädiger Herr.“

„Einmal wird man meine Flucht entdecken.“

„Das kann erſtens noch lange dauern. Kaspar Schröder wird ſeine Kopfſchmerzen vor morgen früh nicht ausſchlafen wollen.“

„Der geringſte Zufall kann jeden Augenblick zum Verräther werden, in dieſer Minute.“

„Wenn auch, gnädiger Herr. Denn zweitens wird man Ihnen keinen Kanonenſchuß nachſchicken.“