Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

162

ſeinem Leben geſehen. Sein Ohr mochte in den wenigen Augenblicken ihm ſchon klar genug gemacht haben, mit was für einem Menſchen er es zu thun habe.

„Faſſen Sie mich an und halten Sie ſich nur immer feſt zu mir“ fuhr Leonidas Stapelmann fort.

Der Gefangene mußte es; er konnte es wohl nur mit Widerſtreben.

„Haben Sie Muth, Herr Gefangener?“ fragte der Großſprecher dann.

„Herr —“ wollte doch der Gefangene auffahren.

„Ueberzeugen Sie ſich, wenn es darauf ankommt“, erwiderte er.

„Das könnte bald der Fall ſein“, meinte Leonidas Stapelmann.

Der Renommiſt ſollte Recht darin haben.

Sie waren am Fuße der Treppe angelangt, die zu den Kaſematten hinunterführte.

Oben an der Treppe wurde ein leiſes Geräuſch hörbar. Es ſchien Jemand dort in dem Gange vor der Zelle des Schließers zu ſchleichen, in dem Augen⸗ blicke, als man es hörte, aber auch ſtill zu ſtehen.

Auch Leonidas Stapelmann machte Halt, als wenn er ſich beſinnen oder weiter horchen wolle.

„Wer kann es ſein?“ flüſterte der Gefangene.

„Es iſt der Schließer.“