Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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„Er ſprach von dem gräflichen Hauſe Werdenburg“, ſagte ſie.

„Und was ſprach er davon?“

„Er erwähnte das ſeltſame Geſchick der Erbgrafen

in der Familie und den Fluch, der freilich nur ein

Aberglaube ſei.“

Die Gräfin Ferdinande war in tiefes Nachdenken verſunken. Es mochten Ahnungen und Zweifel ſchnell und unruhig genug in ihrem Innern auftauchen, einander jagen und verjagen und doch wiederkehren. Ihre äußerliche Ruhe bewahrte ſie, aber man ſah es ihr an, es hatte in ihrem Innern aus den Zweifeln und Ahnungen eine Gewißheit ſich hervorgekämpft, eine Gewißheit, die ihren Gedanken auf einmal eine ganz andere, neue Richtung gab, ſie zu Entſchlüſſen drängte, über die ſie nur in den Augenblicken der gegenwärtigen Unruhe und Sorge nicht mit ſich einig werden konnte.

Der alte Konrad trat raſch und eilig in das Zim⸗ mer. Er hatte Angſt und Schreck im Geſicht.

„Was gibt es wieder, Konrad?“

„Die Dragoner hielten lange Zeit Rath mit einander. Dann befahl der Lieutenant von Marnitz mir, Euer Gnaden zu ſagen, daß ſeine ſchon vorher ausgeſprochene Drohung wahr gemacht werden müſſe. Er werde das ganze Schloß durchſuchen laſſen, Zimmer für Zimmer,