Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

84

tenant glaubte nur noch jenes einen prüfenden Blickes zu bedürfen, um überzeugt ſein zu können, daß die ſchöne Frau keine Komödie ſpiele. „Es war nichts“, ſagte auch er.

Und als darauf der Rittmeiſter von ſeiner Cam⸗ pagne erzählen mußte, war er wieder ganz der derbe Herr von Marnitz⸗

„Hm“ ſagte der dicke Rittmeiſter, „es war die Cam⸗ pagne in der Champagne.“

„Ah, Rittmeiſter“ rief der lange Lieutenant, „daher habt Ihr auch wohl Eure Leidenſchaft für den Cham⸗ pagner!“

„Alle Wetter, Freundchen, es mag wohl ſo ſein. Es wurde wenigſtens mehr getrunken als eingehauen.“

„Bis Ihr Ferſengeld geben mußtet!“

„Da tranken wir gar nicht mehr.“

„Haben Sie ſchon einen Feldzug mitgemacht, Herr von Marnitz?“ fragte die ſchöne Frau.

„Nein, meine Gnädigſte. Ich ſtand im Jahre 1792 bei einem Armeecorps, das nicht mit ausrücken mußte; und ſeitdem ich diene, hatte Preußen keinen andern Krieg; aber ich hoffe, wir werden bald einen haben.“

„Sie hoffen das?“

„Wofür iſt man Soldat, gnädige Frau?“

„Ich denke, um das Vaterland zu vertheidigen“

———