83
geheimnißvoll den Blicken der Offiziere entzogen und auf die Seite geſchafft wurden. Der Erbgraf hatte dabei eine ganz beſondere Aengſtlichkeit nicht verbergen können, und faſt noch mehr die Frau von Arenfels. Da war etwas verdächtig. Da war etwas im Werke. Und mußte es nicht ſie, die Offiziere betreffen? Alſo auch ihren Dienſt? Wie aber, ſaß denn nicht auf dem Sparrenberge in den Kaſematten der Herr von Bütow? Und war nicht die Frau des Herrn von Bütow eine geborene Gräfin Schleigheim? Und war nicht die Gräfin Schleigheim die Tante des Erbgrafen von Werdenburg und heute mit der ganzen Familie auf Schloß Werdenburg? Und konnte, ja mußte nach Allem nicht gerade ſie auf die Schwalenburg gekommen ſein? Das lag wohl nahe. Weiteres knüpfte ſich dann faſt von ſelbſt daran. „Seit Wochen wird uns die Cour ge⸗ macht. Der Hochwald iſt ganz in den Netzen jener Frau. Und er hat gerade heute die Ronde. Aufgepaßt, Marnitz! Aber Keinem etwas geſagt, auch dem Rittmeiſter nicht! Der Champagner würde ihm nicht mehr munden und das feine Weib und der geriebene Burſche würden Lunte riechen.“
Da brachte das feine Weib von ſelbſt und ſo un⸗ befangen und arglos das Geſpräch auf die Kaſematten
und die Gefangenen darin, und der derbe lange Lieu⸗ 6*


