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„Gnädige Frau, oder darf ich Sie wieder Mutter nennen?“
„Nein!“ ſagte die Gräfin Schleigheim mit dem här⸗ teſten Tone, den ſie in ihre Stimme legen konnte.
„So haben Sie“ fuhr die Frau von Arenfels fort,
„die Güte, in jenes Zimmer einzutreten, um hier keinen Eclat zu machen, der dieſes Hauſes unwürdig wäre.“
Sie konnte ſich wunderbar faſſen, dieſe abenteuernde Frau von Arenfels, dieſe Tochter der alten boshaften Gräfin Schleigheim.
Sie ſchritt zu einer Thür auf der andern Seite der Halle. Sie öffnete ſie.
„Darf ich bitten, einzutreten?“
Die alte Gräfin trat ein, mit ihr die Comteſſe Ferdinande.
Die Frau von Arenfels wollte zurückkehren.
„Ich werde den Erbgrafen zu Ihnen ſchietn.“
Die Comteſſe Ferdinande hielt ſie zurück.
„Sie iſt Deine Mutter, Annette!“
„Frage ſie, ob ſie es iſt.“
Die alte Dame war doch blaß, ſehr blaß geworden; ſie hatte ſich in einen Seſſel werfen müſſen.
Als ihre Tochter die letzten Worte geſprochen hatte, ſprang ſie auf.
„Ich bin Deine Mutter nicht!“ rief ſie.
Temme, Die Erbgrafen. III. 5


