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„Hm, nein.“
„Dann wiſſen Sie es, Erlaucht.“
„Ich begreife nicht —
„Kennen Sie die Geſchichte von dem Rabbiner, der ſein Dienſtjubiläum feierte?“
„Ich erinnere mich ihrer nicht.“
„So vernehmen Sie ſie. Die Judengemeinde, der er fünfzig Jahre treu gedient hatte, wollte ihm ihren ganz beſondern Dank beweiſen. Man kam überein, ihm ein Faß Wein zu ſchenken; jedes Mitglied der Gemeinde ſollte ein Maß dazu geben. Ein großes leeres Wein⸗ faß wurde in dem Gemeindehauſe aufgeſtellt. Jedes Mitglied der Gemeinde goß aus einer großen Kanne ſein Maß hinein. An dem Jubiläumstage wurde das Faß von der verſammelten Gemeinde dem Jubilar über⸗ bracht. Er ließ es anſtechen, um ſofort den freundlichen Gebern ſeinen Dank zuzutrinken. Er hatte in ſeinem Glaſe Waſſer. Das Faß war mit reinem Waſſer an⸗ gefüllt. Und wie war das geſchehen? Jedes Mitglied der Gemeinde hatte ſich allein für einen Spitzbuben ge⸗ halten, und ſie waren alle Spitzbuben.“
Der alte Diplomat lachte.
„Aber, gnädigſte Couſine, ich finde die Moral von der Geſchichte nicht.“
Das Verleſen der aufgeſchriebenen Namen war been⸗


