Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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fragen, ob ſie abſolute oder relative Majorität für die Wahl beliebt.“

„Ich ſchlage relative Majorität vor“, ſprach der feine Diplomat, und mit einem liſtigen Blicke über die Anweſenden hin ſetzte er hinzu: „Bis zur Erreichung einer abſoluten Majorität würde unſer junger ver⸗ urtheilter Freund ſein Leben ohne Gemahlin zubringen müſſen.“

„Erfolgt kein Widerſpruch?“ fragte der Graf von Werdenburg wieder.

Niemand widerſprach.

„So nehmen wir den Wahlact vor. Jeder der ver⸗ ehrten Anweſenden ſchreibt den Namen der zu wäh⸗ lenden Dame auf einen Zettel. Die Zettel werden in einer Urne geſammelt. Diejenige Dame, welche mehr Stimmen erhalten hat als eine andere, iſt gewählt.“

Der Juſtizdirector nahm hinter den Acten und Büchern auf dem Tiſche, an dem er ſaß, eine Urne und Stimmzettel hervor. Sie waren ſchon in Bereitſchaft gehalten. Auf den Familientagen des Werdenburger Hauſes kamen mehrfach geheime Abſtimmungen vor. Auch für Bleiſtifte in eleganten Etuis war geſorgt.

Der Juſtizdirector vertheilte Zettel und Bleiſtifte.

Nur dem regierenden Grafen von Werdenburg über⸗

reichte er nichts. Der Vater war der Ankläger. 4*