greifen zu müſſen. Deshalb gebe ich, zugleich als Chriſt, mein Votum dahin ab, daß der junge Mann gebeſſert und für die Zukunft vor Ausſchweifungen und Leicht⸗ fertigkeiten bewahrt und zu dem Zwecke verurtheilt werde, ſchleunigſt eine ebenbürtige Gemahlin von ſtrenger Zucht und Sitte zu nehmen. Ich habe geſprochen.“
Er hatte geſprochen, der brave hagere Herr, der den Werth einer ebenbürtigen Gemahlin von ſtrenger Zucht und Sitte zu ſchätzen vermochte.
Durch den Saal lief leiſes Gemurmel. Die Mutter ſah zuerſt ihre eigenen, dann die andern Töchter an, jene mit Hoffen und Zagen, dieſe mit Haß oder Naſe⸗ rümpfen. Die Töchter wurden theils roth, theils blaß und ſchlugen ſämmtlich verſchämt die Augen nieder.
Bedurfte es deutlicherer Beweiſe, daß der regierende Herr von Haſſenfurt mit ſeinem Votum der Sieger bleiben werde?
Die Herren waren zwar in der Mehrzahl da, allein ſchon hatten die Gemahlinnen und Mütter und Tanten ihre ſtrengen Blicke zu ihnen erhoben und die bittenden und befehlenden Blicke der Töchter, der Schweſtern und Couſinen folgten, und an den Herren war es jetzt, die Augen niederzuſchlagen.
Und darauf herrſchte eine allgemeine Stille im Saale.


