Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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bin aber ein Mann der Milde, und ich kann es hier um ſo mehr ſein, da, wie alle verehrten Anweſenden mir bezeugen werden, mein Lebenswandel ſtets der der Ehre, der Sitte und der Tugend war. Der Erb⸗ graf Leopold von Werdenburg hat, nach Allem, was uns mitgetheilt und bekannt geworden iſt, keine ſchlech⸗ ten, deſto mehr aber leichtfinnige und leichtfertige Streiche gemacht, wie ſie in keinem regierenden Hauſe vorkom⸗ men ſollten, wie ſie aber leider in den fürſtlichen Häuſern am allermeiſten anzutreffen ſind. Meine ver⸗ ehrten Damen und Herren, wie ſchon im graueſten Alterthum in den Häuſern der Könige und Kaiſer, unter den Juden, den Heiden und den Chriſten, die ſchwerſten Laſter und Verbrechen in traurigem Schwange waren — taugte doch ſelbſt der fromme König David nicht viel — ſo gibt es auch ſchwerlich zu dieſer Zeit in der Welt einen Thron, auf oder an dem nicht die nämlichen Laſter, Vergehen und Leichtfertigkeiten, über die wir jetzt zu Gerichte ſitzen, zu finden ſind, wie der Sand am Meere; und ſollten alle Grafen und Prinzen, die Gleiches oder weit mehr gethan haben als der Erbgraf Leopold, deshalb aus der Familie ausgeſtoßen und mithin auch von der Regierung ausgeſchloſſen ſein, es wäre kein Thron mehr zu beſetzen und die Völker hätten ſammt und ſonders das Unglück, zur Republik