—— ——
39
unterſchied jedes Geſicht des Familientribunals, der Ahnenbilder an den Wänden.
Die Geſichter der Lebenden waren ſämmtlich ge⸗ ſpannt und erwartungsvoll; die meiſten ſtolz, manche feierlich, einzelne verbiſſen, viele hart, ein einziges voll Angſt, Sorge, Schmerz. Es war das der alten Gräfin, der Mutter, über deren Sohn heute das ſtrenge Gericht gehalten werden ſollte. Sie ſaß zunächſt ihrem Ge⸗ mahl, nach ſeiner rechten Seite hin.
Die Geſichter auf den Ahnenbildern ſahen alle hart und ſtolz und ſtreng auf die Verſammlung der Leben⸗ den hernieder.
Der regierende Graf eröffnete die Verſammlung mit folgender Anſprache:
„Meine theuren und verehrten erlauchten Ver⸗ wandten! Sie alle kennen die traurige Veranlaſſung und den ernſten Zweck unſerer Vereinigung in dieſem Saale unſerer Ahnen. Laſſen Sie mich Ihnen zunächſt meinen lebhafteſten Dank für Ihren bereitwilligen Eifer ausſprechen, mit dem Sie alle meiner Einladung an Sie gefolgt ſind, und laſſen Sie mich die Verſicherung an die erlauchten Linien derer von Hauenſtein und Haſſenfurt daran knüpfen, daß wir, die von Werden⸗ burg⸗Werdenburg, bei gleicher Gelegenheit uns ſtets zu Gegendienſten werden bereit finden laſſen, am liebſten


