Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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„Der Dienſt fordert es.“ „Wie nun?“ mußte die ſchöne Frau doch dem Erb⸗ grafen einen heimlichen Blick zuwerfen.

„Verlieren wir den Muth nicht“, antworteten ſeine Augen.

Die Mahnung, den Muth nicht zu verlieren, iſt immer ein ſchlechter Troſt, der den Muth nur nieder⸗ ſchlagen kann.

Den beiden Verſchworenen ſollte er noch mehr niedergeſchlagen werden.

Man hörte einen Wagen auf den Schloßhof rollen.

„Beſuch noch? Wer könnte das ſein?“

Der Wagen hatte vor dem Schloßportal gehalten.

Man hörte eine Stimme ſprechen.

„Zum Teufel“, fluchte faſt halblaut der Erbgraf. „Welcher Satan führt den her? Was will der Unglück⸗ liche hier? Gerade jetzt?“

Ein Bedienter trat mit verlegenem Geſicht in den Saal, nahte ſich dem Erbgrafen.

„Der Onkel Kurt?“ fragte der Erbgraf.

„Zu Befehl, Erlaucht.“

Das kleine feine Männchen mit dem kindlichen oder kindiſchen Greiſengeſichte ſtand ſchon auf der

Schwelle der Thür und lächelte vergnügt:

„Gelt, Leopold, das heißt überraſchen?“