Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

31

„In der That, Onkel!“

„Aber ich bringe Dir auch etwas, Leopold!“

Zurückzuweiſen war das Männchen nicht mehr.

„Erlaube vorher“ ſagte der Erbgraf, „daß ich Dich mit meinen verehrten Gäſten bekannt mache.“

Der Schwachſinnige kam da in eine Sphäre, in der er zu Hauſe, die für ihn eine wichtige war.

„Ah, es wird mir eine große Ehre ſein.“

„Mein Onkel, Graf Kurt von Werdenburg!“ ſtellte der Erbgraf vor.

Er nannte dann die Andern.

Vor der ſchönen Frau von Arenfels ſtand der kleine Mann faſt wie erſtarrt. Den Sinn für Schönheit hatte er in ſeinem Schwachſinn nicht verloren.

Und die ſchöne Frau hatte ihr bezauberndſtes Lächeln für ihn.

„Hm, hm, Leopold“, nahm er den Erbgrafen auf die Seite, „Du biſt ein Teufelskerl. Und wenn meine Schweſter Schleigheim die ſchöne Perſon ſieht — nun, ich ſage nichts.“

„Was haſt Du mit der Tante Schleigheim?“ fragte der Graf.

Der Kleine lächelte verſchmitzt und geheimnißvoll.

„Nichts, nichts!“