platze, am Thore ohne Aufſicht waren. Die beur⸗ laubten Offiziere waren durch andere erſetzt.
Den Erbgrafen durchzuckte die unerwartete Nach⸗ richt; er mußte ſich Gewalt anthun, um nicht einen verrathenden Blick auf ſeine arme Coufine zu werfen.
Die ſchöne Frau ſuchte die Blicke von der Bläſſe ihres Geſichts durch ein fröhliches Händeklatſchen ab⸗ zulenken.
„Das iſt reizend! So gehören Sie uns ungeſtört den ganzen Abend. Auf das Glück müſſen Sie mit mir anſtoßen.“
Sie ſtießen mit ihr an.
„Aber unſer Urlaub läuft nur bis zehn Uhr“ ſagte der Rittmeiſter. „Schlag zehn müſſen wir oben am Thore ſein.“
Es war ein neuer Donnerſchlag für die ſchöne Frau und ihren Mitverſchworenen.
Sieben Uhr war es ſchon. Um bis zehn Uhr wie⸗ der auf der Feſtung zu ſein, mußte um neun aufge⸗ brochen werden, und um zehn war noch Alles wach und nüchtern, hüben wie drüben.
„Das iſt abſcheulich von Ihrem Chef!“ rief die ſchöne Frau aus dem Grunde ihres Herzens.
Die Offiziere zuckten die Achſeln.
„Und die Herren ſind ſtreng im Dienſt?“


