Alles zu wetten, der Knabe verlobt ſich noch heute Abend mit ihr, und wenn nicht der Pfaffe und das Aufgebot dazu gehörten, ſie machten auch noch heute Hochzeit, und Ihr ſeid geprellt.“
Der Herr von Marnitz trank ſich Courage.
Die ſchöne Frau ſah es, und ſie mußte ihr glück⸗ liches Lächeln darüber verbergen. Es war freilich zu⸗ gleich ein wehmüthiges, ſchmerzliches.
Der Lieutenant von Marnitz war ihr der gefähr⸗ lichſte Gegner für ihren Plan.
Sie ſetzte ſich zu ihm, zwiſchen ihn und den dicken Rittmeiſter.
„Ich muß die Herren trennen. Sie flüſtern mir zu viel mit einander. Verſchwörung oder Dienſt? Oder gar Beides zuſammen? Zieht es Sie ſchon jetzt zurück zu Ihren alten Mauern da oben, zu Ronde, Nachtdienſt und wie es weiter heißt?“
„O nein, meine Gnädigſte“, ſagte der dicke Ritt⸗ meiſter, „wir haben Urlaub erhalten.“
Das war ein Donnerſchlag für die ſchöne Frau, für den Erbgrafen.
Auf eine heimliche Entfernung der Offiziere aus der Feſtung war für ihren Plan gerechnet, darauf,
daß kein Offizier der Ronde zurückgeblieben war, daß
die Wachen in dem Gefangenhauſe, auf dem Citadellen⸗


