Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

7

26

genoſſen oder zu Ihrem Feinde haben? Sie haben die Wahl.“ He, Marnitz?“

„Ihr ſeid ein Satan, Rittmeiſter!“ ſagte der Herr von Marnitz.

Aber dabei ſtrich er ſich den Bart und leerte ein Glas Burgunder.

Ein Bedienter öffnete die Flügelthür des Salons.

Das ſchöne Weib, von dem ſie ſprachen, das ſie alle erwarteten, trat herein, die intrigante Abenteurerin, deren ihr Liebhaber überdrüſſig war, die einen Mann ſuchte, durch allerlei Künſte der Koketterie und Heuchelei. Sie trat ein in ihrer vollen, glänzenden, beſiegenden Schönheit, mit den zauberiſchen fröhlichen Lächeln um die friſchen, ſchwellenden Lippen, mit den herausfordernden Blicken ihrer feurigen Augen.

Sie eilten ihr alle entgegen, mit ihren unterthänig⸗ ſten und doch herzlichſten Glückwünſchen zum Geburts⸗ tage, den ſie feiere. Sie hatte für jeden einen freund⸗ lichen, aus dem Herzen kommenden, die Herzen bezau⸗ bernden Dank.

„Wie machen Sie mich glücklich, lieber Rittmeiſter! Nie werde ich dieſen Tag vergeſſen.“

„Herr von Marnitz, ſtets wird mein Herz den Dank für die edle Theilnahme bewahren, die Sie einer Un⸗ glücklichen ſchenken.“