Sie ſtürzte ans dem Gemache, wie gejagt von einer wilden Verzweiflung.
So flog ſie die Treppen hinunter, durch die Corri⸗ dore zu dem Salon, in dem ſie erwartet wurde.
Von wem und wie?
An der mit den feinſten Weinen und mit Speiſen, die zum Genuß der Weine reizten, reich beſetzten Tafel in dem Salon ſaßen der Rittmeiſter von Bachow und der Premierlieutenant von Marnitz.
In dem Saale gingen langſam im Geſpräche auf und ab der Erbgraf Leopold von Werdenburg und der Secondlieutenant Graf von Hochwald.
Die beiden Herren an der Tafel ſprachen dieſer wacker zu, fanden dabei aber gleichfalls Zeit, ſich zu unterhalten. R
„Verdammt fein Alles hier, Freundchen“, ſagte der Rittmeiſter. „Mir fängt an hier wohlig zu werden, wie dem Fiſchlein im Waſſer. Nebenbei bemerkt, Mar⸗ nitz, unſere Dichter haben oft ſchlechte Bilder. Wie kann man bei Waſſer an Wohlſein denken? Und das ſagt ſelbſt der Gvethe, ein Menſch, der es doch nicht nöthig hat wie die andern armen Poetenſchlucker. Aber was fehlt Euch, Marnitz? Ihr macht ja ein verzweifelt griesgrämiges Geſicht.“
„Ich wüßte nicht“ ſagte der Herr von Marnitz.


