Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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wegungen waren ſo ſanft, ſo weich. Das Kind ſchlief ein in ihrem Arme.

Die Wärterin nahm es ihr heraus und legte es in ſein Bettchen.

Ein Bedienter kam, der gnädigen Frau zu melden, daß die Gäſte unten im Salon verſammelt ſeien.

Die Frau von Arenfels mußte zu ihnen.

„Zu ihnen!“ rief ſie. „Mit dieſer Angſt! Und mit dieſem Zorne, mit dieſer Verachtung gegen ſie, die nur zu mir kommen, weil ſie mich für eine elende Ver⸗ worfene halten. Nein, nein, der eine hält mich nicht dafür, und gegen ihn muß ich das unwürdige Spiel einer verworfenen Buhlerin treiben! O welche ent⸗ ſetzliche Qual werde ich leiden! Und ich habe ſie ſchon ſo oft und ſo lan Kötuf mich nehmen müſſen. Aber morgen iſt es ja zu Ende. Wäre es Alles umſonſt geweſen?“

Sie ſchlang leidenſchaftlich ihre Arme um Evchen's Nacken.

„Bete für mich, mein Kind. Bete mit Deinem reinen Herzen für — ach, für den Betrug, für die Falſchheit — nein, nein, für die Liebe, für zwei arme Herzen, für dieſes Kind! Bleibe bei ihm. Verlaſſe es nicht, bis ich zurückkehre. Sei ſein Engel! Sei unſer Engel!“