Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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allein. Mögen ſie ihm Alles nehmen, wenn nur Du ihm bleibſt, ſie haben ihm nichts genommen.“

Evochen erröthete nicht. Die Worte der aufgeregten Frau erhoben ſie. Die Unglückliche ſtand vor der ent⸗ ſcheidenden Kataſtrophe ihres Lebens. Sie ſtand muthig da, mit Muth für ſich und für Andere, und Evchen ſollte ihr Freundin und Beiſtand ſein.

Die Frau fuhr fort: „Und ſo bleiben durch ihn auch wir beide mit einander verbunden, und finde ich heute den Vater für meinen Knaben nicht wieder, ſo wird Leopold ihm Vater werden und wir beide werden ſeine Mütter ſein. Sieh, Evchen, wie er Dich ſchon anlächelt, mit den ſchönen, treuen, unſchuldigen blauen Augen. Er ſtreckt ſeine Aermchen nach Dir aus. Er will zu Dir. Ah, der kleine Burſche hat ſchon Sinn für Schönheit. Nimm ihn in Deinen Arm, Evchen. Dein Herz kann ruhiger ſchlagen; das meinige klopft und pocht ſo gewaltig, da kann er nicht einſchlafen. Bei Dir wird er es. Und er muß es; es iſt ſeine Zeit. Und ich muß mit dieſem pochenden und un⸗ ruhigen Herzen zu Betrug, zu Falſchheit, Hinterliſt, zu meinem Mann, zu meinem Leben!“

Eochen hatte den hübſchen Knaben genommen. Er lächelte ſie an; ſie küßte ihn. Sie legte ihn an ihr Herz. Ruhig ſchlug auch ihr Herz nicht, aber ihre Be⸗