Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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„Du wirſt hier einige Veränderung finden. Ich wohne nicht mehr im Schloſſe, ſondern gegenüber im Amthauſe.“

„Ich weiß es“, ſagte Evchen. „Von meinem He ſetzte ſie etwas zögernd hinzu.

„Hat er Dir den Grund geſagt, Evchen?“

„Ich habe ihn errathen“ antwortete ſie erröthend.

„Die Frau von Arenfels wohnt im Schloſſe“ ſagte er. „Es war nöthig zu der Befreiung ihres Mannes. Sie mußte die Prunkgemächer darin einnehmen, die Herrin darin ſein, meine Sobiterin. Aber Du ſiehſt da oben ein einziges Licht. Dort iſt ihr Stübchen, in dem ſie ihr hangendes und batgendes und hoffendes und harrendes, aber nicht himmlhoch jauchzendes Herz ausweinen und Troſt und Kraft und Muth aus dem Augenhimmel ihres Kindes ſchöpfen läßt. Dort iſt ſie auch jetzt. Ich werde ſtatt ihr ie Offiziere empfan⸗ gen. Heute war es ihr unmilich. Gehen wir zu ihr, Evchen.“

Sie gingen in das Schloß, burch ein kleines Hinter⸗ pförtchen. Sie erſtiegen dunkle Treppen, kamen durch dunkle, ſtille Gänge. Sie blieben immer an der Rück⸗ ſeite des weitläufigen Schloßbaues. Von der andern Seite her drangen Töne und Laute eines geſchäftigen, bewegten Lebens zu ihnen herüber. Die Tageshelle,