Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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thum beanſprucht. Ihre Ufernachbarn jedoch hatten ihnen ſchon lange das Waſſer ſtreitig gemacht, und da zu ihnen ein paar mächtige Biſchöfe gehörten und ein paar Reichsſtädte, die es mit den Biſchöfen hielten, ſo war man ſchon ſeit langer Zeit übereingekommen, den See als Geſammteigenthum aller Uferbeſitzer zu betrachten und zu behandeln.

Welch ein eigenthümliches Schickſal, und zwar bald nach der Erbverbrüderung, die Familie Werdenburg⸗ Werdenburg betroffen hatte, haben wir ſchon berichtet. Mochte jene Volksſage von der armen Tagelöhnerin und dem hartherzigen jungen Erbgrafen wahr oder nicht wahr ſein, die Thatſache ſtand jedenfalls feſt, daß ſeit mehr als zweihundert Jahren kein geborener Erb⸗ graf zur Regierung der Grafſchaft Werdenburg ge⸗ langt war.

Bei dem letzten Succeſſionsfall war dieſes Schickſal zudem unter ganz abſonderlichen Nebenumſtänden ein⸗ getreten.

Dem Vater des im Jahre 1806 regierenden Grafen Eberhard hatte ſeine Gemahlin in ihrer erſten Nieder⸗ kunft Zwillinge geſchenkt, zwei Knäblein, die einander zum Verwechſeln ähnlich waren. Sie waren in der That auch gleich nach der Geburt ſo verwechſelt wor⸗ den, daß kein Menſch mehr wußte, welcher der erſt⸗ und