Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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Und der Fluch erfüllte ſich.

Der böſe Erbgraf brach ſchon nach vierzehn Tagen beim Reiten den Hals. Sein Pferd, auf das er un⸗ barmherzig ſchlug, hatte ihn abgeworfen.

Und alle die Erbgrafen auf Schloß Werdenburg, die nach ihm geboren wurden, ſtarben, ehe ſie zur Regierung kamen. Immer regierte ein nachgeborener Graf das Land.

Zuletzt waren gar zwei Erbgrafen auf einmal da. Das war eine ganz beſondere Geſchichte. Die Leute mein⸗ ten, einer von ihnen werde doch wohl regierender Graf werden. Keiner von ihnen wurde es. Sie verſchwanden plötzlich, als ſie zwanzig Jahre alt waren, und kein Menſch hörte jemals wieder ein Wort von ihnen. Sie waren die letzten bis auf den Grafen Leopold; ſie waren ſeine Oheime.“

„Kennſt Du ihre Geſchichte genauer?“ fragte Evchen

den Burſchen.

„Nein! Meine Mutter ſagte, man ſpreche nicht gern davon, weil —“

Der Burſche ſtockte.

„Weil?“ fragte ihn das Mädchen.

Der Burſche ſann eine Weile nach. Dann ſagte er:

„Ich ſollte es gerade Dir nicht ſagen, Eychen. Aber ich habe Dich, ohne meinen Willen, nun einmal neu⸗

gierig gemacht, und Du würdeſt am Ende etwas recht Temme, Die Erbgrafen. II. 4