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„Erzähle ſie mir.“
Der Burſche erzählte:
„Es war einmal ein böſer Erbgraf auf Schloß Werdenburg. Er that ſchon als Bube nicht gut und war hart und grauſam und boshaft gegen die Leute. Wo er Jemand ärgern oder einem Menſchen gar ein Herzeleid anthun konnte, da ließ er es nicht. Die Diener im Schloſſe mußten des Tages vierzig⸗ bis fünf⸗ zigmal die Treppen auf und ab für ihnlaufen, um ihm ein Glas Waſſer zu bringen, das er dann aus dem Fenſter ſchüttete. Den Kindern und den Mägden legte er Erbſen auf die Treppen und ſtreute Aſche darüber, daß man ſie nicht ſehen konnte, und wer dann darauf trat, der mußte ſtolpern und fiel die Treppe hinab bis zu der unterſten Stufe, und wenn ſie unten lagen mit zer⸗ ſchlagenen Gliedern, lachte er oben aus Leibeskräften. Den Arbeitern im Schloßgarten zertrat er die Beete, riß er Blumen und FPflanzen aus, verſchleppte er das Arbeitszeug, daß ſie ſtundenlang darnach ſuchen mußten. So that er alles Mögliche, was die Leute verdroß, womit er ſie ärgern und in Schaden bringen konnte.⸗ Drohte man ihm mit ſeinem Vater, ſo ſagte er: „Ich werde ſelbſt regierender Graf, und dann werde ich Euch ins Stockhaus ſchicken, oder an die Preußen zum Gaſſenlaufen verkaufen.“


