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bis dreizehn Jahre alt war und mit ſeinem Hofmeiſter oft nach Seehauſen, ſeinem Apanagegute, kam. Der hübſche Knabe und das reizende, ſinnige und ſchon früh verſtändige Mädchen hatten ſich gern und leicht, wie Kinder in jenem Alter, zuſammen gefunden und waren vertraut und unzertrennlich geworden und hatten auch den Unterſchied der Stände vergeſſen, oder vielmehr das, was Hofmeiſter und Onkel ihnen darüber vor⸗ und eingeredet hatten oder auch wohl nur hatten ein⸗ reden wollen. „Graf Leopold, es iſt die Nichte Ihres Inſpectors; Sie dürfen nicht vergeſſen, daß ſie Ihnen Reſpekt ſchuldig iſt.“ — „Eochen, er iſt mein Herr, und künftig wird er unſer Landesherr, und Du darfſt ja nicht den Reſpekt gegen ihn aus den Augen ſetzen; er darf Du zu Dir ſagen, Du mußt ihn aber Sie nennen und Herr Graf.“ Eychen wollte es auch, aber der Graf Leopold lachte ſie aus, wurde böſe, bat und wurde wieder böſe und bat wieder, und Evchen ſagte zuletzt auch Du und Leopold zu ihr, mochten Hofmeiſter und Onkel noch ſo krauſe Geſichter dazu machen. So blieb es, bis Eychen ins Kloſter kam und der junge Erbgraf die Uni⸗ verſität bezog. Evchen blieb zwei Jahre im Kloſter. Der Graf mußte ſein Triennium abſolviren, aber in den Oſterferien nach Hauſe kommen. Als er das erſte Jahr
kam, war Eychen noch im Kloſter. Er wußte es. Sein Temme, Die Erbgrafen. II. 2


