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Evchen hatte bei den „franzöſiſchen Nonnen“ Alles lernen müſſen, was die Töchter des vornehmſten Adels in dem Kloſter lernten. Der Herr Sommer hatte es ausdrücklich verlangt, und nicht blos „franzöſiſch par⸗ liren“ ſondern auch „Literatur und einen ordentlichen Aufſatz machen und Italieniſch und Singen und Kla⸗ vierſpielen“. „Und lernen die jungen Damen auch tanzen bei Ihnen, hochwürteze Frau Vorſteherin?“ — „Gewiß, mein Herr, aber ſie tanzen nur unter ſich.“ — „Mit den jungen Herren werden ſie es ſpäter ſchon von ſelbſt lernen, hochwürdige Frau.“ Die hoch⸗ würdige Frau wollte eine ſtrenge Miene machen, aber der Herr Sommer fuhr fort: „Die Evchen ſoll künftig in der Welt ſich ſehen laſſen können. Ich habe es dazu, und ſie wird meine Erbin. Und, hochwürdige Frau, wenn ich ihr etwas von zu Hauſe ſchicke, dann erlauben Sie mir wohl, daß ich ein Fäßchen Butter für die hochwürdige Frau beifüge? Die Seehauſer Butter ſucht ihresgleichen inm Lande.“ Die hoch⸗ würdige Frau hatte das freundlichſte Geſicht von der
Welt.
Erzählen wir gleich von Eychen noch mehr.
Sie hatte in dem Kloſter gern gelernt.
Als Kind von acht oder neun Jahren hatte ſie den Erbgrafen Leopold kennen gelernt, der danals zwölf


