3
„Ich führe ihnen ihre deutſche Erbärmlichkeit zu Gemüthe.“
4₰ „Du?
„Ja, ich, gnädiger Herr! Und Leonidas Stapel⸗ mann hat auch noch mit einem Andern ein ernſtes Wort zu ſprechen.“
Der junge Graf lachte.
„Sprich ohne Einleitung Dein ernſtes Wort zu mir.“
„Euer Gnaden fordern mich heraus. Ich darf alſo?“
„Gewiß darfſt Du.“
„Wie der Candidat vor dem alten Deſſauer?“
„Ganz ſo. Ich kann Dich nur nicht mit einer Pfarre belohnen. Ich werde dem Poſſenreißer auch wohl nicht ſo andächtig zuhören wie der alte Fürſt einem Diener der Kirche.“
„Ah, gnädiger Herr! Aber wohlan! Leonidas Stapel⸗ mann kennt keine Feigheit. So vernehmen Sie denn mein mahnendes Wort. Es gilt der Unſchuld und der Ehre. 6 Erlauchter Herr Graf, Sie wandeln auf böſen Wegen, auf denen der Verführung. Sie warten hier auf Ihr Opfer wie der Geier auf ſeine Beute. Dieſe wie die weiße Lilie der Unſchuld in dem Vorwerke Seehauſen blühende Mamſell Eva Treue —“
1*


