Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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„Onkel, wie konnteſt Du das?“

„Weil ſie meinte, es ſei zu Eurer beiderſeitigen Ruhe nöthig, und weil ich meinte, Du würdeſt unter ſolchen Umſtänden bis an das Ende der Welt nicht nach ihr, aber vor ihr laufen.“

„Onkel Florens, ich bleibe in meinem Kerker.“

„Vetter Gisbert, Du biſt doch der größte Narr, den ich kenne.“

„Ich liebe Gisbertine, Onkel.“

„Und ſie liebt Dich. Und darum ſprechen wir ernſt⸗ haft. Liebtet Ihr Euch nicht, ſo würde ich Dir einfach ſagen: laß ſie laufen mit all ihrem Eigenſinn, mit allen ihren Launen, ſchlage ſie Dir aus den Gedanken. So aber geht das nicht. Und es kommt alſo darauf an, ihre Launen und ihren Eigenſinn zu brechen. Das wird ein⸗ mal geſchehen, aber es muß, wie bei allen eigenſinnigen Perſonen, aus ihr ſelbſt herauskommen. Was Du dazu thuſt, iſt von Uebel. Zedes Entgegenkommen von Deiner Seite macht ſie verkehrter, halsſtarriger, widerſpenſtiger. Ueberlaß ſie ganz ſich ſelbſt; das wird am erſten ſie wieder zu Dir führen.“

„Und wann wird das werden Onkel?“

„Wenn Du aus kindiſchem Trotze gegen ſie hier in der Haft bleiben wirſt, in langer Zeit noch nicht.“

Er beſann ſich, gab ſein Ehrenwort und wurde frei. 10*

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