Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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„Warum ſind Sie noch nicht zu Bett?“

„Weil es mir noch nicht gefällt.“

Der Gefangenwärter ſchien die kurzen, ruhigen Ant⸗ worten des Gefangenen gewohnt zu ſein. Er leuchtete noch einmal in dem Gemach umher, unterſuchte die Wände, die Gitter des Fenſters, das Bett, die Thür. Als er nichts fand, ging er. Aber in der Thür nahm er noch ſeine Rache.

„Sie betrügen mich nicht, Herr!“ ſagte er höhniſch

und drohend zugleich. Er verſchloß die Thür und ging langſam den Gang

hinunter, den er gekommen war.

„Beermann's Plan iſt verrathen!“ ſagte ſich Mahl⸗ berg. „Die Freiheit war alſo wirklich nur ein Traum! Ich war ja gefaßt darauf. Aber der arme Horſt! Sein Herz iſt jünger. Er hängt ſo ſehr an der Welt. Er hat noch nicht in ihr gelitten.“

Er wollte wieder zu der Mauer gehen. Er beſann ſich.

„Der Menſch könnte ſich zurückgeſchlichen haben, um uns zu behorchen.“

Aber Horſt klopfte drüben an die Mauer.

„Mahlberg!“ rief er.

Mahlberg mußte ihm antworten.

„Sprich nicht, Horſt; ich fürchte, wir werden behorcht.“

Horſt ſchwieg.