Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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Mahlberg horchte. Es herrſchte die tiefſte Stille, auch in der Zelle nebenan. Horſt mußte gleichfalls horchen.

Mahlberg wollte an die Mauer klopfen, die ſeine und Horſt's Zelle trennte. Er wollte ſich mit Horſt beſprechen.

In dem Augenblicke hörte er ein neues Geräuſch. Es nahte ſich in dem Gange wieder ein Schritt; aber es war nicht der des Gefangenwärters Beermann. Mahlberg kannte ihn; es war der Gefangenwärter des Ganges, ſeiner Zelle und jetzt auch der Horſt's.

Der Schritt hielt vor der Thür Horſt's. Die Thür wurde geöffnet.

Mahlberg hörte nebenan ein paar Worte ſprechen. Dann wurde die Thür wieder verſchloſſen, ein Schlüſſel drehte ſich in Mahlberg's Thür; ein Gefangenwärter trat in die Zelle.

Es war ein kleiner, unterſetzter Mann mit einem verſchloſſenen Geſicht, mit ſcharfen falſchen Augen.

Er trug eine hell leuchtende Laterne bei ſich. Er

leuchtete damit in der ganzen Zelle umher.

Dann wandte er ſich an den Gefangenen.

„War Jemand hier?“

Der Gefangene ſah ihn ruhig an.

„Gefangenwärter Schulz, Sie wiſſen längſt, daß ich Ihnen auf derartige Fragen niemals eine Antwort gebe.“