Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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Aber der jüngere Gefangene beſann ſich.

„Höre, Mahlberg, ſchlimmer, wie es uns jetzt geht, können ſie uns nicht behandeln. Wir wagen es alſo mit dem Manne, und wagen gewinnt! Iſt er ein Verräther, ſo hilft vielleicht gerade der Verrath uns zur Freiheit. Erzähle mir von Dir.“

Auch Mahlberg ließ ſeine Bedenten fahren.

„Wir werden auf unſerer Hut ſein!“ ſagte er.

Dann erzählte er:

„Vor einem Jahre wurde ich gefangen genommen, überfallen, ähnlich wie Du. Ich wurde in die Haus⸗ vogtei gebracht, ich wurde dort inquirirt, auch wie Du; nur wurde mir nie Dein Name genannt. Vor einem halben Jahre brachte man mich hierher, gleichfalls weil die Hausvogtei überfüllt ſei.

Von der Außenwelt habe ich in dem ganzen Jahre nichts erfahren. Meine Gefangenwärter waren ſtumm; keine Zeitung kam zu mir, kein Buch, bis heute kein beſchriebenes Stückchen Papier. Die Welt war todt für mich, meine Freunde, Alles.

Und jetzt und auf einmal ſoll ich aus meiner Haft befreit werden, ſoll ich zurück in die Welt. Ich kann es nicht faſſen. Ich kann nicht daran glauben. Ich will mir dennoch Mühe geben, ich will mich zwingen, zu ver⸗ trauen, auch meinem Glücke.“