Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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Der Wagen fuhr mit Dame Gisbertine davon.

„Teufel!“ fluchte der Domherr noch einmal. „Und doch iſt ſie kein Teufelskind, ſondern ein recht armes Menſchenkind mit ihrem ganzen reichen Schatz an Liebe. Und wie viel wird noch dazu gehören, bis ſie ihn heben kann, bis der Bann gelöſt iſt, unter dem er für ſie ver⸗ graben liegt, unter dem ſie ſelbſt ſich ihn vergraben hält!“

Er kehrte mit Bernhard zum Gute zurück.

„Sage keinem Menſchen, mit wem ich ſprach“ befahl er dem Burſchen.

Er konnte ſich auf ihn verlaſſen.

Unterwegs regte ſich das Gewiſſen in ihm. Gisber⸗ tine hatte ihn ja daran gemahnt.

„Ob ich bei meiner Drohung bleibe, dem Gisbert nichts ſage? Sie kommt nicht zurück, nicht zu ihm. Sie ließe in ihrem Eigenſinn und Trotz ihn hängen und köpfen, um dann den Dolch ſich in die Bruſt zu ſtoßen und ſich mit ihm begraben zu laſſen. Aber was hätte der arme Burſche davon? Was hätten ſie beide davon? Und wenn ich es ihm ſage? Wird ſie nicht über mich triumphiren? Bin ich dann nicht erſt ein altes Weib in ihren Angen?“

Der gute Domherr konnte mit ſeinem eigenen Eigen⸗

ſinn nicht einig werden. Temme, Der Domherr. III. 4