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Dame Gisbertine war wieder in ihrer vollen, präch⸗ tigen Ruhe.
„Hätteſt Du nie etwas vom Briefgeheimniß gehört, Onkel Florens?“
„Eben darum konnteſt Du ſchreiben.“
„Das Briefgeheimniß, lieber Onkel, iſt in manchen Zeiten da, um nicht beachtet zu werden.“
„Dir war alſo viel daran gelegen, daß Gisbert nicht verhaftet werde?“
„Zweifelſt Du?“ ſagte ſie wieder.
„Hm, Gisbertine, ſo habe ich Dir noch eine Er⸗ klärung zu geben. Ich werde Gisbert nicht warnen; ich werde ihm kein Wort von dem mittheilen, was Du mir geſagt haſt; ich werde ihm nicht ſagen, daß ich Dich ge⸗ ſehen habe. Gehe ſelbſt zu ihm.“
Gisbertine blieb ruhig.
„Wenn Du das vor Deinem Gewiſſen verantworten kannſt, Onkel Florens!“
„Iſt das Dein letztes Wort, Gisbertine?“
„Mein letztes Wort iſt: Adieu, Onkel!“
Sie rief ihren Kutſcher, ſie ſtieg wieder in den Wagen.
„Teufel!“ fluchte der Domherr leiſe. „Wohin gehſt
D Gisbertine?“ „Ich weiß es nicht. Adien!“ „Adieu!“
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