Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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„Wer iſt Fräulein Hedwig von Taubenheim?“ fragte der Domherr.

„Die Tochter des Generals von Taubenheim.“

„Und in welcher Gefahr ſchwebt ſie?“

„Nicht Frau Geheimräthin von Schilden zu werden.“

„Gisbertine, erzeigſt Du mir jetzt einen Gefallen?“

„Welcher wäre es?“

„Ernſthaft zu ſprechen und keine Kindereien zu treiben.“

„Lieber Onkel, ich ſprach ſehr ernſthaft, wie Du Dich überzeugen wirſt, wenn ich zur Sache komme, und was die Kindereien betrifft, ſo handelt es ſich allerdings gegen⸗ wärtig noch um erwachſene Leute, obgleich doch auch Mancher darunter ſein wird, der noch nicht einmal Flaum am Kinn hat; ich denke mir aber nach dem Sprichwort: Lappétit vient en mangeant, daß die Zeit nicht fern lie⸗ gen kann, wo auch Kindereien, zum Beiſpiel Kindergärten und Kleinkinderbewahranſtalten, den Staat in Gefahr bringen.“

„Kommſt Du zur Sache, Gisbertine?“

„Ja. In den höhern Regionen der Hauptſtadt ſind zwei Strömungen. Die eine erkennt an, daß Staat und Thron durch Volk und Landwehr gerettet ſind, und will volksthümliche Inſtitutionen und darunter weitere Aus⸗ bildung des Landwehrſyſtems. Die andere will von dem Allem nichts wiſſen, ſieht darin künftig die Republik und