Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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Schmuggler, der in jener Nacht vor etwas länger als einem Jahre durch einen Schuß der Grenzſoldaten in der Schulter verwundet und faſt ſterbend von dem Domherrn und Karoline Lohrmann aufgenommen und nach Ovel⸗ gönne gebracht worden. Er war dort unter der ſorg⸗ ſamſten Pflege geneſen und ſeitdem dageblieben.

Der kluge und gewandte Knabe hatte ſich ſchon, wie er kaum wieder von ſeinem Krankenlager ſich erheben und im Hauſe herumgehen konnte, ſo anſtellig gezeigt und war Jedermann im Hauſe ſo zur Hand gegangen, daß man, als er völlig wiederhergeſtellt war, meinte, er ſei unentbehrlich auf Ovelgönne. So war er geblieben, hauptſächlich als Diener Karolinens und der Frau Mahler. Einen ganz beſonders anhänglichen Eifer hatte er aber immer für die ſtille, leidende Frau und ihr Kind an den Tag gelegt; er hatte tauſend Gefälligkeiten für beide.

Er war kein Knabe mehr; er zählte bald ſeine ſieb⸗ zehn Jahre, und wenn er auch nicht groß war, ſo ver⸗ rieth ſein ſchlanker Körper in allen ſeinen Bewegungen eine für ſein Alter ungewöhnliche Kraft der Sehnen und Muskeln, und dabei hatte er das kluge Geſicht.

Er kam bei dem Domherrn an.

„Euer Gnaden, im Walde iſt eine Dame, die Sie zu

ſprechen wünſcht.“ „Eine Dame, Burſche?“