Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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Gäſte warten müſſe. Sie gaben ſich zufrieden. Jetzt müſſen wir aber zu ihnen. Und Du führſt mich hin, Onkel Florens, wie in frühern Jahren?“

„Wenn kein Einſpruch geſchieht!“ ſagte der Domherr.

„Einſpruch? Zch ſoll ja hier die Herrin bleiben!“

Die Herrin des Hauſes lächelte bei den Worten, aber durch ihr Lächeln zog ſich ein leiſer Schmerz.

Dann auf einmal ergriff ſie die Hand ihres Bräuti⸗ gams und drückte ſie herzlich und blickte ihm mit dem vollſten Ausdrucke der Liebe in das Geſicht.

Der Obriſtlientenant küßte ihre Hand.

Sie gingen zu dem Tanzplatze.

Der Domherr führte Karolinen, der Obriſtlieutenant die Kellnerin.

Aber als ſie auf dem Platze ankamen, mußte der Domherr doch wieder die Braut. dem Bräutigam ab⸗ treten.

Das weite Viereck, um welches die Hof⸗ und Wirth⸗ ſchaftsgebäude des Gutes Ovelgönne lagen, war faſt ge⸗ füllt mit fröhlichen Menſchen. Alle Dienſtboten und Arbeitsleute des Gutes, alle Dienſtleute des Thals, die im Laufe des Jahres auf dem Gute oder für das Gut gearbeitet hatten, waren nach alter Sitte heute Gäſte des Erntefeſtes; wer Frau und Kinder hatte, hatte Frau und

Kinder mitgebracht.

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