Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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Es herrſchte aber auch noch überall, am Hauſe wie in dem ganzen Ovelgönner Thal jene Ordnung, jene Sauberkeit, jenes ganze wohlthuende Weſen einer großen, geregelten, von einer ſichern und tüchtigen Hand geleiteten Gutswirthſchaft, die damals den Domherrn mit Stolz hatten ſagen laſſen: „Meine Karoline iſt hier Herrin!“

Nur jene Stille war heute nicht da. Den Feſttag des Gutes kündigten Tanzmuſik, Gläſerklingen, Scher⸗ zen, Lachen und Singen an.

Es war das Alles hinter dem Herrenhauſe. Die Wirthſchaftsgebäude lagen dort im Viereck um einen wei— ten Hof herum.

Das Herrenhaus ſelbſt lag doch ſtill da.

„Sollte hier dennoch Angſt und Sorge ſein, in denen ich rathen, helfen müßte?“ fragte ſich der Domherr.

Er verließ mit ſeinen beiden jungen Gefährten den Wagen.

Der Wagen hatte an dem alten dicken Thurme ge⸗ halten, durch welchen der Eingang in das Haus führte.

Karoline Lohrmann, die Herrin hier, kam ihnen ent⸗ gegen; an ihrer Seite ging ihr Bräutigam.

Auch Karoline war noch, wie vor einem Jahre, ſo ſchön, ſo friſch, ſo anmuthig. Es war nichts eigentlich Belonderes an ihr, aber ihr ganzes Weſen war etwas Beſonderes; es war jene wunderbare, aber ſeltene volle