Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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als ein Sakrament an, als etwas Unauflösliches. Und ich ſoll Ihr Scheidungsagent werden!“

„Meine Frau und ich ſind proteſtantiſch, Herr Dom⸗ herr!“

„Alle Wetter, deſto ſchlimmer! Nur bei Euch eben tann die Ehe getrennt werden, nicht bei uns. Und doch iſt auch Eure Ehe eine chriſtliche. Und eine chriſtliche Ehe ſoll nicht getrennt werden.“

„Auch nicht, wenn ſie ſchon innerlich getrennt, zer⸗ riſſen, nichtig iſt?“

„Redensarten! Wer kann das ſagen? Wer kann ſich vermeſſen, das zu ſagen? In der Schweiz haben ſie ein Strafgeſetzbuch, in dem ſteht: Ein unverbeſſerlicher Dieb ſoll gehängt werden. Heißt das etwas? Welcher Menſch iſt unverbeſſerlich? Welcher Richter will da einen Mord auf ſich nehmen? Ja ja, einen Mord!“

Der Domherr hatte ſich faſt in Eifer geredet. Der Grund?

„Herr Domherr“, ſagte Mahlberg, „Sie ſprachen es vorhin ſelbſt aus, daß meine Frau und ich niemals wie⸗ der als Ehegatten zuſammenleben könnten, leben dürften!“

„Ich war ein Narr!“ rief der Domherr.

Damit hatte er freilich ſeine geiſtliche Ueberzeugung gerettet. Denn dieſe und nicht ſeine äußerliche kirchliche Stellung war es bei dem braven, ehrlichen Mann, was