Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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Gisbert antwortete nicht. Er ging mit großen Schritten in dem Zimmer herum.

Der junge weſtfäliſche Freiherr, der geborene Erbe eines alten, angeſehenen, ſtolzen Namens, der frühe Erbe und Eigenthümer großer, reicher Güter, war erzogen und gebildet, wie er ſelbſt hatte erzogen und gebildet werden wollen. Strenge war nie an ihn herangetreten, auch bis zu ſeiner Heirath kein Ernſt des Lebens. Da war denn ſeine in ihrer Anlage bequeme Natur nie aus ihrer Bequemlichkeit herausgetreten, und er hatte die Dinge, die kamen, ohne viel darüber nachzudenken, leicht auf⸗ genommen, wie Bequemlichkeit und Trägheit ſie gern aufnimmt. So war er im Jahre 1813 nicht in den Krieg gezogen, als Gisbertine es nicht wollte; ſo ergriff er im Jahre 1815 die Waffen, als Gisbertine ihn höhnte, daß er in dem ruhigen und ſichern Hort ſeines weſtfäliſchen Schloſſes bleibe. Das eine wie das andere Mal wollte er eben dem augenblicklich Unangenehmen ent⸗ gehen, war es ihm unbequem, einen Widerſtand entgegen⸗ zuſetzen. Die Liebe hatte ihn jetzt endlich aufgerüttelt. Er hatte Recht, und es war keine Phraſe, er liebte ſeine Frau erſt jetzt mit jener heißen, brennenden Liebe, die nicht träge die Hände in den Schooß legen kann, die immer unaufhaltſam treibt und ſpornt, bis ſie ihr Ziel erreicht. Und dieſe Liebe hatte ihn ſich ſelbſt er⸗